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Schloss Ludwigsburg – einmaliges historisches und kunstgeschichtliches Zeugnis pommerscher Geschichte und wichtiger Teil pommerscher Identität

Egbert Liskow 31. Oktober 2012

Schloss Ludwigsburg ist das letzte Schloss der Pommernherzöge in Deutschland, das noch erhalten ist. 1577-1592 von Herzog Ernst Ludwig zu Pommern-Wolgast errichtet, war es bis 1650 im Besitz von Anna von Croy, bevor es dann an eine schwedische Generalsfamilie überging. Bis 1810 blieb das Schloss in schwedischem Besitz, zuletzt unter Ernst Sebastian von Klinkowström, Vater des Romantikers Friedrich August von Klinkowström. Seit 1810 ist das Schloss im Besitz der Familie Weissenborn. Diese sowie der Förderverein „Schloss und Gutshofanlage Ludwigsburg e.V.“ haben sich der Erhaltung des Schlosses und der Gutshofanlage angenommen. 

Das Pommernschloss und die Gutshofanlage in Ludwigsburg sind einmalig in unserer Region. Sowohl für den Landkreis Vorpommern-Greifswald als auch für das Land Mecklenburg-Vorpommern ist die Anlage von herausgehobener kulturhistorischer Bedeutung. Es ist wichtig, dieses letzte Pommernschloss in Deutschland zu erhalten und die Geschichte für unsere Nachkommen zu konservieren. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die lokalen Verantwortlichen sind in der Pflicht, eine Lösung zur Rettung und Sanierung des Schlosses zu entwickeln. Es darf nicht einfach dem Verfall preisgegeben werden. Hier kann man pommersche Geschichte vor Ort erleben. Das Schloss und seine Anlagen sind Teil unserer pommerschen Identität.

Viele historisch wertvolle Abschnitte im Schloss sind noch erhalten. Man sieht aber deutlich, dass es akuten Handlungsbedarf gibt, um das Gesamtensemble, die Wandmalereien und die alten Dielen zu erhalten. Trotz des jahrelangen außerordentlichen Engagements aller bisher Beteiligten kann von diesen ehrenamtlich Engagierten keine dauerhafte Sicherung oder gar die dringend erforderliche Sanierung des gesamten Ensembles geleistet werden. Eine Übernahme von Schloss Ludwigsburg in Trägerschaft des Landes ist daher dringend geboten und in Anlehnung an das Verfahren bei Schloss Bothmer auch möglich. Nur so kann eine kurz- bis mittelfristige Sanierung der Anlage in Angriff genommen werden.
Mein Kollege aus dem Deutschen Bundestag, Matthias Lietz, hat vor ein paar Tagen nochmal darauf hingewiesen, dass auch der Bund das Schloss mit Fördermitteln unterstützt hat. Grundsätzlich sind Erhalt und Restaurierung dieses einmaligen Bauwerks jedoch eine Aufgabe unseres Landes. Um den Bund auch weiterhin von der Bedeutung des Bauwerks zu überzeugen, muss vor allem das Land aktiv werden.
Wir dürfen in dieser Sache nicht die Hände in den Schoss legen. Natürlich sind die die öffentlichen Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern ‚auf Kante genäht’ und natürlich kann das Land nicht alle Schlösser des Landes in seine Trägerschaft übernehmen. Aber angesichts der Tatsache, dass sich der östliche Landesteil politisch vernachlässigt fühlt, wäre es ein starkes Signal, wenn sich das Land Mecklenburg-Vorpommern zu seiner Verantwortung für Schloss Ludwigsburg bekennt.
Insbesondere die vorpommerschen Landtagsabgeordneten, sind jetzt aufgefordert, bei der Suche nach Lösungen zur Rettung und Sanierung des Schlosses zu helfen. Wir müssen in der Sache am Ball bleiben! Wir müssen handeln, bevor das Schloss zerfällt – wir müssen JETZT handeln!

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