PommernBlog

0

Quo vadis Wahlplakate?

Christian Kruse 26. Februar 2013

Die SPD-Fraktion der Greifswalder Bürgerschaft möchte rechtliche Rahmenbedingungen für die Begrenzung des Plakatierens durch politische Parteien in Wahlkämpfen. Das sie das fordert ist ihr gutes Recht und kommt vordergründig bei vielen Bürgern,wie die OZ online Umfrage zeigt,auch an. Doch wie denkt man als politisch denkender und handelnder Bürger, der Wahlkämpfe zum ersten mal am 18.März 1990 kennengelernt hat. In einer völlig neuen Situation die durch die Wende entstanden ist, erlebte man eine Plakatflut die neu und ungewohnt war, gleichzeitig aber ein Gefühl aufkommen ließ  -f r e i e  W a h l e n -. Ein Gefühl das man im Westen nicht kannte, weil es so selbstverständlich war wie heute überall in Deutschland. Nun sind 23 Jahre seitdem vergangen und wie im wirklichen Leben hat sich auch bei Wahlen eine gewisse Abstumpfung breit gemacht, die man jetzt glaubt mit Einschränkung der Wahlplakate begegnen zu können. Nun ist Plakatieren auch Ausdruck von Meinungs- und Parteienvielfalt im öffentlichen Straßenbild, teil eines freien Wahlkampfes. Ob Wahlplakate, Infostände, Kundgebungen, Inserate, jede zugelassene Partei muss im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ihren Wahlkampf selbst gestalten können. Wer vorschlägt Plakatierung einzuschränken, muss sich fragen lassen was denn wohl als nächstes angedacht ist. Die letzte DDR-„Wahl“war da viel umweltfreundlicher, denn Plakate gab es so gut wie nicht und die Kandidaten der „Nationalen Front“ waren alle auf einen Zettel vereint der oft in Schaufenstern aus lag (da war ja genug Platz). Man kann mit Plakaten die Politik nicht „schönhängen“, aber als aufmerksames Zeichen freier Wahlen, sollte das für viele auch nervige Ritual zumutbar sein.

Tagged with: , ,

Kommentar hinterlassen

Anmelden

Kann mich nicht an Sie erinnernPasswort ?

Registrieren