PommernBlog

2

Problematik des Heringsdorfer Flughafens

Redaktion 3. März 2013

Jede touristische Region schätzt sich darüber glücklich, wenn ihre Erreichbarkeit auf vielen Wegen gegeben ist. Wir alle können froh sein, dass dieser Flughafen auf der Insel Usedom vorhanden ist, so dass unsere Insel von Regionen angeflogen werden kann, von wo aus man vielleicht nicht innerhalb einer Tagestour mit dem PKW die Insel erreicht. Es ist nicht verständlich, dass es immer wieder Kräfte gibt, die diesen Joker aus der Hand geben wollen, um eine nur kurzfristig wirkende Haushaltsentlastung zu erzeugen.
In unserem Landkreis Vorpommern-Greifswald steht die Tourismuswirtschaft an erster Stelle und ich denke, man muss jede Möglichkeit nutzen, um Gäste zu aquirieren. Dazu gehören eben auch entsprechende Fluglinien. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist 100-%iger Gesellschafter und bezuschusst den Flughafen jährlich mit rund einer halben Mio €! Das ist gut angelegtes Geld, auch wenn es weh tut und die Zuschüsse sicherlich künftig spürbar gesenkt werden müssen. Dies sollten auch all diejenigen verstehen, die als Kreistagsmitglieder nicht unmittelbar aus dem Einzugsbereich dieses Flughafens kommen.
Es gibt jedoch auch gute und wichtige Aktivitäten von Touristikern, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) zusammen gefunden haben, um das Flugliniennetz auszubauen.
Die Arge hat erreicht, dass z.B. im Jahr 2012 elf Destinationen angeflogen worden sind und eine Kapazität von 17.200 Sitzplätzen bereitgestellt werden konnte. Auf diesen Plätzen sind während der Saison 2012 insgesamt 221.300 Passagiere befördert worden!

Das bedeutet eine Fluggaststeigerung zum Jahr 2011 in Höhe von 25 %. Seit 2008 arbeitet diese Gemeinschaft und hat den Umsatz der Flughafen GmbH von 5.312.160 € auf 13.874.461 € im Jahre 2012 gesteigert. Nicht umsonst wurde die Gemeinschaft mit dem Tourismuspreis des ADAC im Januar dieses Jahres ausgezeichnet.
Laut dem Tourismusbarometer der Sparkassen bringt jeder Gast 93 € pro Tag auf die Insel.  Man multipliziere diese Summe mit den entsprechenden Übernachtungszahlen!
Ich denke, dieses Geld ist für die Region und den Erhalt der Arbeitsplätze sehr wichtig. Jeder der vor der Entscheidung steht, ob der Flughafen erhalten oder nicht erhalten werden soll, kann sich gern mit mir in Verbindung setzen, um entsprechende Argumente auszutauschen.

Gastbeitrag von Karl-Heinz Schröder. Der Autor ist Mitglied im Kreistag von Vorpommern-Greifswald und ehrenamtlicher Amtsvorsteher des Amtes Usedom-Süd.

Comments (2)

  1. „In unserem Landkreis Vorpommern-Greifswald steht die Tourismuswirtschaft an erster Stelle und ich denke, man muss jede Möglichkeit nutzen, um Gäste zu aquirieren.“

    Steht Ihre Seele auch zum Verkauf? Im Ernst, nicht jedes Bundesland braucht einen Flughafen und Mecklenburg Vorpommern ist mit der Finanzierung seiner Regionalflughäfen deutlich überlastet. Für Menschen mit ausreichend Kapital für ein eigenes Kleinflugzeug genügt ein Kleinflughafen, ansonsten sollten die Ticketpreise entsprechend der o.g. Kalkulation angepasst werden.

    Was unternimmt die Landesregierung und dem Kreistag gegenwärtig für die Verbesserung der Bahnverbindungen? Von Hamburg aus ist es immer noch unmöglich mit einem vernünftigem Zeitaufwand oder ohne unnötiges Umsteigen nach Rügen oder Usedom zur reisen. Auch die Verbindung nach Berlin könnte schneller und komfortabler sein, auch dort gibt es ja irgendwann einmal einen neuen Großflughafen. Ein nachhaltiger Tourismus benötigt hier im Land keine Einflugschneisen und Bettenburgen.

    Antworten
  2. Lieber Wissender,

    vielen Dank für den profunden Einblick in die wirtschaftliche Realität unseres so schönen Bundeslandes. Natürlich ist es finanziell überfordert mit der Finanzierung des kreiseigenen Flughafens Heringsdorf! Ich bin ganz Ihrer Meinung, vielleicht sogar noch ein wenig radikaler.

    Wir brauchen nämlich weder Flughafen, noch Bahnanbindung, keine Straßen, Brücken oder anderes dummes Zeug! Vorpommern kommt ohne diesen ganzen technischen Schnickschnack aus und früher tat es eine Petroleumlampe ja auch!

    Die in den Kaiserbädern entstandenen Hotelburgen mit 1000 Betten, kilometerbreite Einflugschneisen und vor allem Fremde vergällen uns die Nachhaltigkeit auf dieser Insel. Die braucht niemand. Wenn meine Ferienwohnung voll ist, ist das genug Tourismus, finde ich!

    Wichtig ist, dass wir alle Arbeit haben, gut leben können und man uns endlich in Ruhe läßt. Man kommt ja zum Einkaufen vor lauter Flugzeugen kaum noch über die Straße! Ich finde schon lange keinen Parkplatz am Strand mehr!

    Das bekommen wir nur hin, wenn wir das gesamte Kreisdefizit auf die Flugtickets abwälzen. Solange, bis sie keiner mehr kauft! Nur dann haben wir unsere Ruhe! Und das Kapital kann ja nach Berlin fliegen, wenn die endlich fertig sind.

    Wenn Sie für Vorpommern zur Wahl stünden, ich würde sie wählen. Sie sind Zukunft!

    Danke, Sie Wissender!

    Antworten

Kommentar hinterlassen

Anmelden

Kann mich nicht an Sie erinnernPasswort ?

Registrieren