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Pommern – Ursprünge und Perspektiven

Redaktion 18. November 2012

Ein Gastbeitrag von Robert Nagy*

Pommern ist ein uralter historischer Raum. Es entstand aus dem Stammesherzogtum der
Pomoranen (etym. „am Meer“), die der Namensgeber der Region wurden. Seit dem Frühmittelalter
sind die Belange Pommerns eng mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verwoben.
Aber auch Polen und die skandinavischen Mächte haben im Zuge der Geschichte vielfach maßgeblich
auf die Geschicke des Landes eingewirkt.


Schon seit frühester Zeit zum Spielball unterschiedlichster Potentanten geworden, wurde Pommern
unter diesen vielfach in verschiedensten Varianten geteilt. Trotz wiederholter kurzzeitiger
Vereinigungen blieb die territoriale und auch politische Teilung Pommerns charakteristischer
Dauerzustand. Die Untergliederung in Vor- und Hinterpommern kristallisierte sich dabei als
maßgeblichste Trennlinie heraus. Sie bildet bekanntermaßen auch den aktuellen
territorialpolitischen Status Quo ab.
In der DDR war die Bezeichnung Pommern verpönt und geächtet. Nach der Wiedervereinigung
erlangte Pommern jedoch wieder neue Aufmerksamkeit. Die Namensgebung des neu geschaffenen
Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern markierte den Beginn einer neuen Epoche der
pommerschen Geschichte.
Eine der Herausforderungen eines sogenannten Bindestrich-Bundeslandes lag und liegt in der
Identifikation seiner Bürger mit ihm. Für die Entstehung eines Landesbewusstseins bringt die
pommersche Geschichte viele Anknüpfungspunkte mit. Eine derartige Identitätsbildung kann ein
nicht unerheblicher Anreiz dafür sein, aktuelle Probleme und Herausforderungen vor Ort
zu lösen und die Zukunft des heimatlichen Raumes selbst aktiv mitzugestalten.
Der Gebrauch des Terminus Pommern sollte zu einer Selbstverständlichkeit seiner Bewohner
werden. In diesem Zusammenhang reflexartig von Revanchismus, Revisionismus oder ähnlichem zu
sprechen, tut der gesamten Region und vielen engagierten Bewohnern großes Unrecht. Die
Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit haben gezeigt, dass es sehr wohl zu einem neuen
Zusammenwachsen der getrennten Teile Pommerns zu kommen scheint. Allerdings ist dieses von
Freundschaft, Verständigung und intensivem Austausch auf kulturellem, wissenschaftlichem und
ökonomischem Gebiet geprägt. Die Gründung der Euroregion POMERANIA ist ein schönes Beispiel
für diese Entwicklung.
Ich finde es lobenswert, dass sich dieser Blog inhaltlich und in seiner Namensgebung als Blog der
Pommern versteht und hoffe auf regen und konstruktiven Gedankenaustausch an dieser Stelle.

 

*Der Autor hat an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald studiert und seine Magisterarbeit über Pommersche Identität geschrieben

Comments (1)

  1. Vielen Dank für den sehr inhaltsreichen, aber auch unterstützenden Beitrag.
    Ich bin nicht bereit unsere pommersche Identität zu verleugnen, nur weil es einige Herren so für richtig halten.
    Ich glaube auch nicht, dass diese Herren das „Pommersche Landesmuseum“, das Pommernlied oder die FC Pommern umbenennen wollen.

    Antworten

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