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Update: Nahostkonflikt eskaliert

Axel Hochschild 24. November 2012

Die Eskalation der Gewalt zwischen den Palästinensern und Israel spitzt sich täglich immer mehr
zu. Nachdem demokratische Staaten aller Couleur das Selbstverteidigungsrecht Israels nach den
feigen unzähligen Raketenangriffen auf die israelische Zivilbevölkerung anerkennen, wächst die
Sorge, daß sich dieser Krieg zu einem Flächenbrand in der Region ausweitet.


Ein Waffenstillstand ist leider nicht in Sicht und wird durch säbelrasselnde Kriegsrhetorik erschwert. Dieser brandgefährliche Mix aus Hass und Intoleranz ist es, der diesen Landstrich nicht zur Ruhe kommen lässt.
Zu diesem Thema habe ich einen nachdenkenswerten Kommentar des emeritierten Professors für Sozialpädagogik, Prof.Gunnar Heinsohn in der Welt gefunden.

Update [durch Redaktion]

Nach dem Beitrag von Axel Hochschild kam es zu einen Zwiegespräch zwischen Rüdiger Behrendt und ihm.

Rüdiger Behrendt

Ich finde den Artikel etwas einseitig, wenn man so tut, als ginge die Gewalt ausschließlich von den Palästinensern aus, und als seien diese bzw. nur diese feige. Aber darüber kann man ja gern mal bei der nächsten Gelegenheit diskutieren.
Aber zum Weltartikel von Prof. Gunnar Heinsohn: so eine hanebüchene Analogie zwischen zwei Lebenssituationen (unserer Nachkriegssituation und die der Palästinenser) habe ich noch nie gelesen. Ich bereise Israel und die palästinensischen Gebiete regelmäßig seit mehreren Jahren und treffe generell beim Reisen häufig Juden und ab und zu auch Palästinenser. Der Artikel des Professors erinnert mich in seiner Ignoranz der tatsächlichen Verhältnisse an den (angeblichen) Ausspruch von Marie Antoinette, dass das hungerleidende Volk doch Kuchen essen solle, wenn es kein Brot hätte. Wenn der Nahostkonflikt so einfach wäre, dann wären nicht sämtliche US-Präsidenten, die UNO, … samt und sonders bei der Lösung gescheitert.
Ich habe Sympathien und Vorbehalte für beiden Seiten, und das ist ja das eigentliche Problem dort vor Ort. Was selten gesagt wird ist die Tatsache, dass der Verlierer in diesem Konflikt – über kurz oder lang – aufhören wird als Volk zu existieren, daher wird der Konflikt auch so erbittert geführt. Und das gilt für die Palästinenser noch viel mehr, als für die Juden, für die das eine ihrer Lehren aus dem Holocaust ist.

Axel Hochschild

Grundsätzlich gehören zu einem Krieg immer (mindestens) zwei Parteien und in der Regel
fängt eine Seite an. Ob das alles damals 1948 mit der Gründung (UNO 1947) des Staates Israel so weltpolitisch klug war, da kann man ja wirklich geteilter Meinung sein.
Ich jedenfalls habe der tendenziösen einseitigen Berichterstattung der DDR-Propaganda in Sachen Pro-Palästina eher misstraut. Ob Leon Uris „Exodus“ am Ende die objektive Wahrheit darstellt weiß ich nicht. Aber den Kampf der Juden für einen eigenen Staat nach dem Exodus, fand ich immer beachtlich.
Als dann der Oberterrorist Arafat 1994 den Friedensnobelpreis bekam, hat man in meinem familiären Umfeld nur noch mit dem Kopf geschüttelt und seinen Augen nicht mehr getraut. Heute ist Israel weit und breit die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten, die von vielen seiner Nachbarn vom Erdboden vertilgt werden soll. Ein eigener Staat Palästina scheiterte meines Wissens auch immer an der fehlenden Anerkennung des Staates Israel durch die Palästinenser, die einen einseitigen alleinigen Anspruch auf diesen Landstrich für sich stellen.
Ich komme jetzt nochmal auf den Anfang zurück und stelle fest, daß die Raketen zuerst auf israelischem Gebiet eingeschlagen sind und damit auch der jetzige Krieg seinen Anfang nahm. Ob man einem Palästinenser-Staat mit immer neuen Millionen und mit dem Flüchtlingsstatus der Weltgemeinschaft ausgestattet hilft, wage ich zu bezweifeln. Insofern verschließe ich mich nicht neuen Denkansätzen, zumal die alten, wie Du ja auch schreibst, bis heute nichts gebracht haben. Aber schön ist es doch, wenn wir heute so ungezwungen über alles diskutieren können. Leon Uris musste ich damals vor dreißig Jahren (hier) heimlich lesen.

 



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