PommernBlog

0

Für Kultur in Vorpommern. Für zukunftsfähiges Theater.

Philipp Amthor 16. Dezember 2012

In der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Theater- und Orchesterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern steht der Reformbedarf aus der Sicht von Politikern ebenso außer Frage, wie auch aus der Sicht von Praktikern. Dabei geht es natürlich auch um die Zukunft des Theaters Vorpommern, das ohne Frage ein kultureller Leuchtturm unserer Heimatregion ist.

Im vergangenen Freitag besuchte ich gemeinsam mit Kommilitonen die aktuelle Inszenierung der Mozartoper Don Giovanni im Greifswalder Theater und konnte mich gemeinsam mit einem ebenfalls begeisterten Publikum von der hervorragenden Arbeit unserer Theaterschaffenden vor Ort überzeugen. Operndirektor Horst Kupich inszenierte das „Dramma giocoso“ (ital.: „lustiges Drama“) Wolfgang-Amadeus Mozarts mit einem tollen Ensemble lebendig, humorvoll und gleichzeitig zeitgemäß wie auch klassisch. Besonders hervorstechend war auch die Leistung des Philharmonischen Orchesters Vorpommern unter Leitung von Generalmusikdirektor Golo Berg. Doch natürlich ist es nicht nur eine gelungene Aufführung, wie das von mir aktuell besuchte Musiktheater, sondern die Summe an Qualität und Angebotsbreite des Theaters Vorpommern, die Anlass geben sollte, für eine gute kulturelle Zukunft in Vorpommern einzutreten.

Wie sieht die aktuelle politische Lage für unser Greifswalder Theater aus? Im Auftrag der Landesregierung hat eine Münchner Unternehmensberatung insgesamt neun Modelle für eine neue Theater- und Orchesterstruktur im Land entwickelt, von denen sich mittlerweile zwei Modelle als wahrscheinlichste Alternativen herauskristallisieren. Bei einer Variante geht es um die Zusammenlegung der Musiktheatersparten in Rostock und Schwerin sowie des Theaters Vorpommern und der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz zu zwei Opernkompanien. Beim anderen derzeit favorisierten Modell geht es um die Zusammenlegung dieser vier Theaterstandorte zu zwei Staatstheatern, je eines im Osten und eines im Westen des Landes.

Für den Intendanten unseres Theaters Vorpommern, Dirk Löschner, erscheint das letztere Modell zweier Staatstheater als der praktikablere der beiden Vorschläge. Das würde bedeuten, dass im Osten und im Westen jeweils ein Theater die Fäden für alle Sparten in der Hand hält, wohingegen das Modell der zwei Landesopern im Osten des Landes auf drei Standorte hinauslaufen würde – zwei Theater und ein Musiktheater mit Orchester, dessen Standort noch geklärt werden müsste. Dennoch bleibe auch bei der Staatstheater-Variante viel Abstimmungsarbeit zu leisten, angefangen von den Produktionsstandorten für Schauspiel, Musiktheater und Ballett bis zu den Spielplänen in den beteiligten Kommunen. Insgesamt würde ein solcher Prozess bis zur Vorschlagsreife für Bürgerschaften und Stadtvertretungen wohl einige Monate dauern.

Dies halte ich angesichts der Konsequenzen der Theater- und Orchesterreform aber auch für dringend geboten. Das Konstruieren unnötigen Zeitdrucks durch SPD-Kultusminister Mathias Brodkorb wäre hier eindeutig der falsche Weg. Stattdessen sollte die Verantwortlichen des Theaters Vorpommern während des Reformprozesses unterstützt werden. Dessen bin ich mir bei dem Greifswalder Landtagsabgeordneten Egbert Liskow gewiss. Mit Sicherheit wird er hierfür in seiner Landtagsarbeit auch mit der Unterstützung der für unsere Heimatregion direktgewählten Landtagsabgeordneten Andreas Texter, Beate Schlupp und Bernd Schubert rechnen können. Gemeinsam werden sie im Landtag sicherlich für zukunftsfähiges Theater und für Kultur in Vorpommern eintreten.

Abschließend sei noch auf einen provokanten (wenn auch dennoch in seinem Ansinnen richtigen) Ausspruch des deutschen Theaterintendanten Hansgünther Heyme verwiesen, der fordert:

„Der Staat muss die Kultur auch in der Zukunft fördern, ebenso wie er auch die Müllabfuhr fördert. Das Theater ist die Müllabfuhr für die Seele.“

Kommentar hinterlassen

Anmelden

Kann mich nicht an Sie erinnernPasswort ?

Registrieren